Heißt der Hunger Heißhunger

Heißhunger
Den Heißhunger begegnen

Leben wonach schmeckst du?

Wir sehnen uns nach Fülle in allen Lebens-Bereichen. Wir mögen Fülle in Sachen (innerer) Reichtum und Wohlstand, Fülle in der Liebe und Beziehungen, Fülle im Berufsleben, Fülle in Sachen Gesundheit …

Hunger ist wohl ein Zustand, der uns sagen möchte, dass der Wohl-Fü(h)ll-Stand noch nicht erreicht ist.  Meist nehmen wir erst im Erwachsenenalter wahr, dass irgendwas fehlt. Es lässt sich einfach nicht benennen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr schwer ist, darüber etwas zu erfahren, wenn Mann/Frau nicht weiß, wonach sie überhaupt suchen soll. 

Hunger ist etwas Elementares. Es ist uns in die Wiege gelegt. Und nur die Mütter vermögen den Hunger der Säuglinge mit süßer Milch und inniger Berührung zu stillen. Dann ist erst mal alles gut. Weitere Handlungen sind in diesem Alter nicht nötig. Es wird für den kleinen Menschen gesorgt. Mit zunehmenden Alter ist es die Aufgabe eines jeden Menschen, diese Funktion der Versorgung in eigene Regie zu übernehmen. Das ist ja jetzt auch nichts Außergewöhnliches. Und dennoch haben wir Hunger, Hunger nach einem Leben, was uns das Süße gibt, was wir als erstes in unserem Leben erfahren durften.

Ich habe bisher sehr viel darüber gelesen und gehört. Und doch erst als ich die Östlichen Heilweisen kennenlernte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es ist der süße Geschmack, nach dem wir uns so sehr sehnen. Nachdem ich dann begonnen habe, mich danach zu richten, wurde es zunehmend weniger mit dem Heiß-Hunger. Denn ich habe gelernt, den süßen Geschmack in meine tägliche Ernährung in solchem Maß von solchen Nahrungsmitteln einzubauen, die den Heiß-Hunger kleiner und kleiner werden ließen.

Das fühlte sich schon mal gut an. Denn das war noch nicht alles. Mit der Umstellung auf natürlich süße Nahrungsmittel, die nichts mit Zucker zu tun haben, verließ mich mein Kältegefühl in Form von kalten Händen und Füßen, die ständigen Erkältungen und Nasen-Nebenhöhlen-Entzündungen, egal in welcher Jahreszeit, die Müdigkeit wurde weniger und ich fühlte mich viel vitaler, um Jahre verjüngt.

Lag das nun am Geschmack oder an der Energie der Nahrungsmittel? Betrachten wir in hiesigen Breiten die Energie, haben wir gelernt nach kcal zu schauen. Wenn die uns so viel Energie bringen, wo ist die dann geblieben? Und aus welchen Grund achten wir dann doch wieder darauf, nicht zu viel davon zu uns zu nehmen? Was ist das für ein Paradox? In den Traditionellen Ernährungsbetrachtungen wie in Ayurveda und TCM (Traditionell Chinesische Medizin) geht es ganz anders zur Sache. Dort werden weder Inhaltsstoffe noch kcal betrachtet. Es geht (fast) ausschließlich um Energie und Geschmack. Und wir können es nur daran messen, wie es uns damit geht, keine Zahlenstatistik lenkt vom Wesentlichen ab.

Hier die Auflösung des Knotens in der (gewollten) einfachsten Form. Der süße  Geschmack ist jener, der der Mitte (als Kraftwerk der Verdauung/Versorgung zu verstehen) zugeordnet ist. Bei der Mitte geht es um Milz und Magen, die dafür symbolisch stehen. Die Milz (nach TCM betrachtet) ist die Mutter in unserem System. Sie hat viel zu tun. Wie das ebenso bei einer Mutter ist. Sie schaut, ob alle die richtige Nahrung und was zu Trinken bekommen, dass keiner friert, oder schwitzt. Sie schaut, dass keine Abfälle im System liegen bleiben und ist immer unterwegs, sich die Nöte der „Organ-Mitbewohner“ anzuhören. Dazu braucht sie viel Energie. Und diese bringt ihr die süße Nahrung. Dem süßen Geschmack wird der nährende und befeuchtende Aspekt zugeordnet. Nun wissen wir ja, dass süß nicht gleich gut ist. Geben wir unserm Hunger viel zuckerhaltige Nahrung, kommt es zu Feuchtigkeit im System. Das wiederum wirkt sich im minimalen Fall aufs Gewicht aus und maximal auf die Gesundheit. Feuchtigkeit im System macht krank.

Neben dem süßen Geschmack ist der „Mitte“ die Erde zugeordnet und die Farbe Gelb, was ja beides gut passt. So tauschte ich die zuckerhaltige und oft kalte, rohe Nahrung, die Früher meinen Heißhunger stillte, gegen natursüße Nahrung, die meist direkt aus der Erde kommt. Dazu zählt u. a. die große Palette der Wurzelgemüse. – also Eis und Berge von Salat gegen gedünstete Butter-Möhre. Ein guter Deal. Ab da ging es aufwärts mit meiner Lebensqualität und abwärts mit dem Heiß-Hunger.